Wasserlinsen in einem Schwimmring im Aquarium

Wasserlinsen im Aquarium eindämmen: So behältst du sie im Griff

Wasserlinsen sind eigentlich eine tolle Pflanze fürs Aquarium. Sie wachsen schnell, ziehen Nährstoffe aus dem Wasser und machen Algen damit Konkurrenz. Fische und Garnelen finden darunter Schatten und Deckung. Das Problem kennt aber jeder, der sie einmal im Becken hatte: Nach ein paar Wochen ist die komplette Oberfläche grün und man bekommt sie kaum noch los.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Wasserlinsen im Aquarium im Griff behältst, ohne sie ganz verbannen zu müssen.

Warum Wasserlinsen so schnell zum Problem werden

Wasserlinsen vermehren sich, indem sich neue Blättchen von der Mutterpflanze abteilen. Unter guten Bedingungen, also mit viel Licht und Nährstoffen, kann sich die Menge innerhalb weniger Tage verdoppeln. Dazu kommt die Strömung vom Filter, die sie gleichmäßig über das ganze Becken verteilt.

Wenn die Oberfläche komplett zugewachsen ist, hat das ein paar Nachteile:

  • Weniger Licht für die Pflanzen darunter. Stängelpflanzen und Bodendecker kümmern dann vor sich hin.
  • Weniger Gasaustausch. Eine dicht bewachsene Oberfläche bremst den Austausch zwischen Wasser und Luft.
  • Verstopfter Filter. Einzelne Blättchen werden angesaugt und setzen sich im Ansaugkorb oder im Filtermaterial fest.
  • Futter kommt nicht mehr an. Flockenfutter bleibt zwischen den Blättern hängen und die Fische kommen schlecht dran.

1. Regelmäßig abfischen

Die einfachste Methode ist, einen Teil der Wasserlinsen regelmäßig herauszunehmen. Am besten machst du das direkt beim wöchentlichen Wasserwechsel, dann wird es zur Routine. Ein feinmaschiger Kescher ist dafür besser geeignet als die Hand, weil du damit auch die kleinen Blättchen erwischst.

Für genau diesen Zweck habe ich einen Wasserlinsen Kescher entworfen. Die Schaufelform nimmt die Wasserlinsen flächig auf, und das feine Lochmuster lässt das Wasser sofort ablaufen, während die Pflanzen drin bleiben. Meist reicht ein Zug über die Oberfläche.

Die abgefischten Wasserlinsen musst du übrigens nicht wegwerfen. Viele Fische fressen sie gerne, und im Gartenteich oder auf dem Kompost sind sie gut aufgehoben. Bitte nie in Gewässer in der Natur kippen.

2. Einen Schwimmring setzen

Wenn du Wasserlinsen behalten willst, aber eben nur an einer Stelle, ist ein Schwimmring die sauberste Lösung. Der Ring liegt auf der Wasseroberfläche und die Wasserlinsen bleiben innerhalb. Der Rest der Oberfläche bleibt frei, die Pflanzen darunter bekommen Licht und der Filter bleibt sauber.

Rechteckige Schwimmringe mit Wasserlinsen im Aquarium

Dabei gibt es zwei Varianten:

  • Frei schwimmend: Der Ring treibt mit der Strömung. Das sieht natürlich aus, er wandert aber durchs Becken.
  • Mit Saugnapf: Der Ring wird an der Scheibe befestigt und bleibt immer an derselben Stelle. Das ist praktisch, wenn du die Wasserlinsen gezielt in eine Ecke oder weg vom Filter haben willst.

Welche Größe du brauchst, hängt davon ab, wie viel Fläche die Wasserlinsen haben sollen. Für Nanobecken reichen 50 bis 75 mm. In den meisten Becken ab etwa 54 Litern passen 100 bis 150 mm gut. Für eine richtig große Schwimmpflanzenzone nimmst du 175 bis 225 mm. Alle Formen und Größen findest du bei meinen Schwimmringen.

Ein Tipp aus der Praxis: Auch im Ring vermehren sich die Wasserlinsen weiter. Wenn er voll ist, einfach einen Teil herausnehmen. Das geht schnell, weil alles an einer Stelle ist.

3. Nährstoffe im Blick behalten

Wasserlinsen wachsen umso schneller, je mehr Nährstoffe im Wasser sind. Wenn sie explodieren, ist das oft ein Zeichen für zu viel Nitrat oder Phosphat. Dann hilft es, etwas weniger zu düngen, nicht zu viel zu füttern und regelmäßig Wasser zu wechseln. So wachsen sie langsamer und du musst seltener abfischen.

4. Die Strömung anpassen

Wenn der Filterauslauf die Oberfläche stark bewegt, werden die Wasserlinsen ständig verteilt und landen schneller im Ansaugrohr. Es kann helfen, den Auslauf etwas tiefer zu setzen oder anders auszurichten. Ein Schaumstoff-Vorfilter auf dem Ansaugrohr verhindert außerdem, dass Blättchen im Filter landen.

Kann man Wasserlinsen komplett loswerden?

Ehrlich gesagt ist das ziemlich mühsam. Schon ein einzelnes übersehenes Blättchen reicht, damit sie wiederkommen. Wenn du sie wirklich los sein willst, musst du über mehrere Wochen konsequent alles abfischen und auch Filter und Ansaugkorb kontrollieren. Neue Pflanzen solltest du vor dem Einsetzen gründlich abspülen, denn häufig kommen Wasserlinsen genau so ungewollt ins Becken.

Für die meisten ist der bessere Weg, sie zu behalten und einfach an einer Stelle zu halten. Dann hast du die Vorteile, also Nährstoffaufnahme und Schatten, ohne dass sie das ganze Becken übernehmen.

Kurz zusammengefasst

  • Einmal pro Woche einen Teil mit einem feinen Kescher abfischen.
  • Mit einem Schwimmring die Wasserlinsen an einer Stelle halten.
  • Nicht zu viel düngen und füttern.
  • Den Filter vor angesaugten Blättchen schützen.

Wenn du Fragen zu deinem Becken hast, schreib mir gerne über die Kontaktseite.

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