Pflanzenkorb mit Efeutute am Aquarium eingehängt

Zimmerpflanzen im Aquarium: So wachsen Efeutute und Co. mit Wurzeln im Wasser

Eine Efeutute, deren Wurzeln ins Aquarium hängen und deren Ranken über den Beckenrand wachsen: Das sieht nicht nur gut aus, es hat auch einen echten Nutzen fürs Becken. Zimmerpflanzen mit Wurzeln im Wasser ziehen Nährstoffe aus dem Aquarium und machen damit Algen Konkurrenz. Hier zeige ich dir, welche Pflanzen sich eignen, wie du sie richtig einsetzt und worauf du achten solltest.

Warum Zimmerpflanzen im Aquarium?

Pflanzen, die mit den Wurzeln im Wasser und mit den Blättern in der Luft wachsen, nennt man emers. Sie haben gegenüber Wasserpflanzen einen großen Vorteil: Sie bekommen CO2 aus der Luft und viel Licht von oben. Dadurch wachsen sie oft kräftig und nehmen dabei Nitrat und Phosphat aus dem Wasser auf.

  • Weniger Nährstoffe für Algen. Was die Pflanze aufnimmt, steht den Algen nicht mehr zur Verfügung.
  • Versteck unter Wasser. Das Wurzelgeflecht ist ein beliebter Rückzugsort für Garnelen und Jungfische.
  • Optik. Das Becken wirkt größer und lebendiger, weil das Grün über die Wasseroberfläche hinauswächst.

Welche Pflanzen eignen sich?

Gut geeignet sind robuste Zimmerpflanzen, die Hydrokultur vertragen und aus Stecklingen Wurzeln bilden:

  • Efeutute: der Klassiker, extrem robust und wächst schnell.
  • Philodendron: ähnlich unkompliziert, mit schönen herzförmigen Blättern.
  • Monstera-Ableger: braucht etwas mehr Platz, sieht aber spektakulär aus.
  • Syngonium: kompakt und in vielen Blattfarben erhältlich.
  • Tradescantia: wächst sehr schnell und eignet sich gut als Nährstoffzehrer.

Wichtig: Nur die Wurzeln gehören ins Wasser. Blätter und Stängel, die dauerhaft unter Wasser stehen, fangen an zu faulen.

So setzt du die Pflanze richtig ein

1. Steckling statt Topfpflanze. Am einfachsten startest du mit einem Steckling. Schneide einen Trieb knapp unter einem Knoten ab, also der Stelle, an der ein Blatt oder eine Luftwurzel sitzt. Dort bilden sich später die Wasserwurzeln.

2. Keine Erde ins Becken. Wenn du eine bewurzelte Pflanze aus dem Topf nimmst, spül die Wurzeln sehr gründlich ab. Erde und Dünger aus dem Topf haben im Aquarium nichts verloren.

3. In den Korb setzen. Der Steckling kommt in den Pflanzenkorb, sodass der Knoten knapp im Wasser liegt. Steht er nicht von allein stabil, helfen ein paar Lavasteine oder etwas Blähton im Korb.

4. Geduld haben. Nach ein bis drei Wochen zeigen sich die ersten Wasserwurzeln. Danach geht es meist schnell.

Der Pflanzenkorb

Damit die Pflanze sicher sitzt und nur die Wurzeln ins Wasser reichen, habe ich einen Pflanzenkorb zum Einhängen entworfen. Er hängt am Beckenrand und ist in der Höhe verstellbar. So passt er an unterschiedliche Beckenränder und du kannst ihn nachjustieren, wenn der Wasserstand sich ändert.

Pflanzenkorb mit Efeutute am Aquarium eingehängt

Es gibt ihn in drei Größen:

Größe Maße Gut für
S 5 x 6 x 8 cm einen einzelnen Steckling, auch für kleine Becken
M 10 x 6 x 8 cm zwei bis drei Stecklinge
L 15 x 7 x 8 cm mehrere Pflanzen oder eine kleine Pflanzengruppe

Licht und Pflege

Die Pflanzen brauchen Licht für die Blätter. Meist reicht die Aquarienbeleuchtung zusammen mit normalem Raumlicht. Steht das Becken sehr dunkel, wachsen die Pflanzen langsamer, gehen aber selten ein.

Dünger brauchst du normalerweise keinen extra, die Pflanzen holen sich ihre Nährstoffe aus dem Aquarienwasser. Werden die Wurzeln mit der Zeit sehr lang, kannst du sie einfach kürzen. Abgestorbene Wurzelteile solltest du entfernen, damit sie nicht im Becken verrotten.

Gut zu wissen

  • Der Pflanzenkorb ist für Süßwasseraquarien gedacht.
  • Viele Zimmerpflanzen wie die Efeutute sind für Haustiere wie Katzen giftig, wenn sie angeknabbert werden. Häng den Korb also so, dass neugierige Mitbewohner nicht drankommen.
  • Wenn du gleichzeitig Schwimmpflanzen im Becken hast, nehmen sich die Pflanzen gegenseitig Nährstoffe weg. Das ist gut gegen Algen, kann aber das Wachstum der einzelnen Pflanzen bremsen.

Kurz zusammengefasst

  • Efeutute, Philodendron, Monstera, Syngonium und Tradescantia eignen sich gut.
  • Mit einem Steckling starten, keine Erde ins Becken bringen.
  • Nur die Wurzeln ins Wasser, Blätter bleiben draußen.
  • Ein Pflanzenkorb zum Einhängen hält alles sicher an Ort und Stelle.

Mehr Ideen gegen Algen und zu viele Nährstoffe findest du im Artikel Wasserlinsen im Aquarium eindämmen. Fragen? Schreib mir gerne über die Kontaktseite.

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